Baujahr 1911, rot-cremeweiße Lackierung, 16
Sitz- und 15 Stehplätze. 1911 vom Fahrzeughersteller Diatto
gebaut, gehörte TW 116 zu einer Lieferung von 130 baugleichen Triebwagen.
Während des 2. Weltkrieges wurden 12 dieser Fahrzeuge (aber nicht
TW 116) nach München gebracht, wo sie im Gütertramdienst eingesetzt
waren. In der Nachkriegszeit wurden die noch vorhandenen Fahrzeuge
nach und nach abgestellt oder zu Arbeitswagen umgebaut. TW 116 wurde
1976 von den zentralen Betriebswerkstätten restauriert und in den
Zustand der 20er Jahre zurückversetzt. Zu Beginn des neuen Jahrtausends
nach Sassi verbracht, war er dort einige Jahre lang fest ausgestellt.
Nachdem er 2006 von der Zentralwerkstatt hauptuntersucht und wieder
in einen fahrbereiten Zustand versetzt worden war, ist er derzeit
das älteste einsatzfähige Exponat des gesamten GTT Museumsfuhrparks.
502
Baujahr 1924, rot-cremeweiße Lackierung, 20
Sitz- und 15 Stehplätze. Der 2-achsige TW 502 gehörte zu
einer ursprünglich für La Spezia bestimmten Kleinserie, blieb aber
wie alle anderen Wagen dieser Reihe in Turin und kam auf dem ATM-Netz
zum Einsatz. In den 60er Jahren wurden TW 503 und TW 502 in Schleifwagen
umgebaut, zu T432 und T433 umnummeriert und erhielten die dunkelblau-gelbgestreifte
Arbeitswagenlackierung. Wagen T433 (ex 502) unterschied sich aber
von seinem Schwesterwagen durch die gelbe Fensterrahmung, die beim
T432 blau ausgeführt war. Letzterer befindet sich heute im Museum
„Gotthard-Park“ in Castelletto Ticino, während TW 502 im Jahr 2000
in seinen Ursprungszustand zurückgebaut wurde und heute im Museumsbahnhof
Sassi ausgestellt ist. Obwohl der Wagen noch über seine ursprüngliche
Motorisierung verfügt, ist er nicht mehr fahrfähig und deshalb dort
fest ausgestellt (auch wegen des noch installierten Stangenstromabnehmers,
der möglicherweise der letzte noch vorhandene Originaltrolley ist).
2595
Baujahr 1933, grüne Lackierung, 17 Sitz- und
97 Stehplätze. TW 2595 gehörte zu einer in 100 Exemplaren
hergestellten und von der ATM selbst entwickelten Triebwagenbaureihe.
Die beiden Prototypen wurden in Eigenregie gebaut und die Serienherstellung
bei Fiat Materfer und den Officine Moncinisio in Auftrag gegeben.
Dieser Fahrzeugtyp wurde zu einem auch im europäischen Rahmen wegweisenden
Beispiel eines vierachsigen Großraumwagens für starken Fahrgastfluss.
1946 wurde bei den 98 noch vorhandenen Exemplaren die hintere Klapptür
zu einer Doppeltür erweitert. Die Wagen versahen bis in die 80er
Jahre hinein vor allem auf den Linien 2, 3 und 15 ihren Dienst.
TW 2595 ist im Jahre 2000 restauriert und in seinen Originalzustand
zurückversetzt worden.
3501
Baujahr 1948, grüne Lackierung, 17 Sitz- und
123 Stehplätze. In der unmittelbaren Nachkriegszeit in den
Werkstätten der ATM gebaut, wurden bei diesem Fahrzeug größtenteils
Bauteile und die Elektrische Ausrüstung des TW 3001 wieder verwendet,
der während des Krieges irreparable Schäden erlitten hatte. Das
Einzelstück, das etwas breiter und länger als das Original ausgefallen
ist, erhielt die Wagennummer 3501 und wurde vom Personal liebevoll
„Paschetto“ genannt (nach dem damalige ATM-Direktor, der sich für
den Wiederaufbau des Fahrzeugs stark gemacht hatte). TW 3501 wurde
in den 80er Jahren als letztes Fahrzeug von den beiden Grüntönen
auf orange-gelb umlackiert und 1998 im Originalzustand restauriert.
3203
Baujahr 1958, grüne Lackierung, 18 Sitz- und
91 Stehplätze. Zwischen 1949 und 1958 wurden 143 Fahrzeuge
der Reihe 3100-3224 nach den Vorgaben des Prototyps 3001 und der
Madrider Straßenbahnbaureihe 1000 bei Fiat Materfer gefertigt. TW
3224 wurde 1977 bei Vibrti-Seac modernisiert, wobei eine vierte
Tür eingebaut, die Frontpartie verändert und das Fahrzeug auf orange-grau
umlackiert wurde. Im Jahre 2000 hat der Triebwagen seine ursprüngliche,
hell- und dunkelgrüne Farbgebung zurückerhalten.
3279
Baujahr 1959, grüne Lackierung, 17 Sitz- und
97 Stehplätze. Gehörte zu einer Lieferung von Ende der 50er
Jahre bei Fiat gebauter Großraumtriebwagen, bei denen die restlichen
Drehgestelle der TW-Reihen 2100 und 2200 wiederverwendet wurden,
die ihrerseits durch paarweise Koppelung zu 58 sechsachsigen Gelenktriebwagen
der Reihe 2800-2857 umgebaut worden waren. Mit Wegfall des Fahrkartenverkaufs
auch in den Schienenfahrzeugen der ATM wurden der Wagen 1979 durch
Einbau einer zweiten Mitteltür und weiterer Sitzplätzen modernisiert
und auf orange-gelb (mit grauem Unterbau) umlackiert. Nach Wiederherstellung
der ursprünglichen Farbgebung wurde er 1998 zu den Dreharbeiten
von Gianni Amelios Film „Così ridevano“ herangezogen, der bei den
Filmfestspielen in Venedig 1998 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet
wurde.