O-Busse in Turin. (2018) Erweitere Neuausgabe – Neues Format.

Michele Bordone-Antonio Accattatis

Filobus a Torino
(Veröffentlichung in italienischer Sprache)

2018, ATTS editore
ISBN 978-88-942420-2-7

 Das zwischen 1931 und 1980 betriebene Turiner O-Busnetz wurde während seines fast fünfzigjährigen Bestehens gegenüber dem restlichen ÖPNV-Netz immer als Randerscheinung angesehen. Der O-Bus ist in der Stadt unter der Mole nie wirklich populär und erfolgreich geworden, wenn man mal von dem kurzen Zeitraum unmittelbar vor und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg absieht, als vermehrt Projekte zur Schaffung neuer O-Buslinien auf den Tisch kamen. Aber die offensichtlichen Schwierigkeiten bei der Fahrzeug- und Ersatzteilbeschaffung während des Krieges und die mangelhaften Stromversorgung unmittelbar nach dem Krieg haben es nie dazu kommen lassen, dass sich dieses Verkehrsmittel im Turiner Raum durchsetzen konnte. Die massive Zuwanderung von Arbeitskräften aus Süd- und Nordost-Italien hat dann in den Jahren des Wirtschaftswunders zu einer chaotischen und ungesteuerten Stadtentwicklung geführt, und da keine organische Verkehrsplanung vorlag, wurden die am Stadtrand neu entstandenen Stadtteile einfach schnell durch neue Autobuslinien angebunden, die ohne großFT1en infrastrukturellen Aufwand eingerichtet werden konnten. So blieb das Turiner O-Busnetz im Verhältnis zu anderen italienischen Städten (wie Rom, Mailand oder Bologna) aber auch zum Rest Europas immer sehr beschränkt. Nachdem sich dann in den Siebzigern im Bereich des ÖPNV die Linie der Verdieselung durchgesetzt hatte, wurden 1978 auf Beschluss der Stadtverwaltung die damals letzten noch vorhandenen O-Buslinien eingestellt, obwohl sich das Verkehrsmittel aufgrund seiner Geräuscharmut und seiner optimalen Anfahrleistungen als sehr wirtschaftlich und umweltfreundlich erwiesen hatte.

Ausschlaggebend für die Einstellung des FT2O-Busbetriebs war wohl letztendlich der obsolete Zustand der eingesetzten Fahrzeuge, die größtenteils schon über ein Viertel Jahrhundert alt waren, und von denen einige der dreiachsigen Wagen sogar noch aus den 40er Jahren stammten. Es wäre damals die Erneuerung der kompletten O-Bus-Flotte nötig geworden, und da Stadt und Verkehrsbetriebe (ATM) inzwischen darauf eingeschworen waren, mit den entsprechenden Investitionsmitteln lieber ein neues Rasternetz mit Stadtbahnlinien einzuführen, wurde der O-Bus auf diesem "Altar" geopfert.

Die Neuauflage des Buch “Filobus a Torino” berichtet von der Netz- und Linienentwicklung und der Geschichte der Oberleitungsbusse auf Turins Straßen. Einhundertzehn größtenteils unveröffentlichte Fotos (ein Drittel davon in Farbe), die aus Privatsammlungen und GTT-Archiven stammen, bereichern den Textteil des Bandes und werden durch Fahrzeugskizzen und –tabellen ergänzt, die für den O-Bus-Fan wichtige technische Details liefern. Außerdem tragen eine Netzkarte, einige abgebildete historische Zeitungsartikel, sowie eine tabellarische Übersicht der eingesetzten Fahrzeuge dazu bei, dass sich der Leser ein umfassendes Gesamtbild über die Geschichte dieses Verkehrsmittels in der Stadt unter der Mole machen kann.