Historische Linie 7

Die historische Linie 7 ist mit tatkräftigem Beistand der Turiner Verkehrsbetriebe GTT und der Unterstützung der Stadt Turin aus einer Idee der ATTS hervorgegangen. Die Museumslinie verkehrt seit 2011 jeden Samstag und an Sonn- und Feiertagen.

Merkmale und Zielsetzung

Das schon in der ATTS-Vereinsatzung festgeschriebene Projekt einer "historischen Straßenbahnlinie" wurde gemeinsam mit den Turiner Verkehrsbetrieben GTT entwickelt und verwirklicht. Es wird dabei das wesentliche Ziel verfolgt, mit der Einführung und Föderung einer regulär verkehrenden, in das normale städtische Nahverkehrsnetz der GTT eingebundenen historischen Linie, die ausschließlich mit echten, aus Turin wie aber auch aus anderen Städten stammenden Oldtimerwagen betrieben wird, in Turin ein "fahrendes Straßenbahnmuseum" zu schaffen, um die eingesetzten Fahrzeuge als kulturelles Erbe der ganzen Stadt würdigen zu können.

Dieses Projekt stellt in Italien die erste und einzige Umsetzung ihrer Art dar und geht im wesentlichen auf analoge, schon im Ausland erfolgreich verwirklichte  Iniziativen zurück, wie vor allem die "Market Street Railway" in San Francisco oder die aktiven Museumslinien in Städten wie Oporto, Rotterdam, Stockholm, New Orleans, Santos oder andere mehr. Dabei ist vorgesehen, dass die Linie ab dem 27. März 2011 dauerhaft verkehren soll, und zwar auf schon bestehenden Gleisabschnitten und Verbindungsgleisen. Der mit "Linie 7" bezeichnete Streckenverlauf wird dabei einem (in beide Richtungen befahrenen) etwa 7 km langen Rundkurs über die großen, die Turiner Altstadt umgebenden Prachtalleen folgen - ähnlich wie die Wiener “Ringlinie”, die allerdings mit modernen Wagen betrieben wird. Dabei zeichnet der Linienverlauf größtenteils die alte "Linea dei Viali" (Alleenringlinie) nach, die zu Anfang des XX. Jahrhunderts von der "Belgischen" Straßenbahngesellschaft in Turin betrieben wurde, die damals eine Reihe der städtischer Linien unter Konzession hatte. Die Linie soll derart zentrale Bereiche der Turiner Altstadt bedienen, und damit nicht nur eine genuin touristische Funktion erhalten, sondern auch den Beföderungsbedürfnissen vieler im Zentrum wohnender und arbeitender Fahrgäste gerecht werden.  Außerdem soll sie das mit elektrischen Minibussen betriebene "Star"-Netz erweitern, das die verkehrsberuhigte Innenstadtzone (ZTL) erschließt und gleichzeitig den Kranz der am Rand der Altstadt befindlichen Parkplätze untereinander verbindet.

Die neue Linie 7 wird also eine direkte Verbindung zwischen dem Herzen Turins (Piazza Castello) und den wichtigen Agglomerationpunkten am Rand der Innenstadt herstellen, wie z.B. dem Hauptbahnhof Porta Nuova oder dem Mark Porta Palazzo, sowie andere schon bestehende Linien ergänzen, die allerdings eher von Fahrgästen benutzt werden, die längere Fahrstrecken zurücklegen. Darüber hinaus erlaubt sie, einige auf den Streckenabschnitten im Innenstadtbereich sehr beanspruchte Linien zu entlasten.  Die Inbetriebnahme der Turiner "Museumsstraßenbahnlinie" stellt außerdem eine einzigartige Gelegenheit dar, ein im italienischen Rahmen einzigartiges Pilotprojekt anzukurbeln, das nicht nur auf das Image der Stadt mit ihren historischen Wurzeln, sonder auch auf den Tourismus selbst absehbar positive Auswirkungen haben wird. Die Stadt Turin hat sich das Projekt "historische Trambahnlinie Turin" nämlich insofern zu eigen gemacht, als dass sie die Aufarbeitung historischen Rollmaterials in den Maßnahmekatalog zur Schaffung eines umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehrs übernommen und damit die Voraussetzung dafür geschaffen hat, dass das Projekt nun als solches mit entsprechenden Mitteln des Umweltministeriums gefördert werden kann (Finanzierungsprogramm zur Verbesserung der Luftqualität in urbanen Zentren und zur Leistungssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs).

Ähnlich wie es auch bei normalen Linien des öffentlichen Nahverkehrs geschieht, werden die Kosten für den laufenden Betrieb der Linie ab 2011 von den Verkehrsbetrieben GTT getragen, und dabei zum Teil aus den Einkünften des Fahrkartenverkaufs, zum Teil aber auch mit öffentlichen Zuschüssen beglichen. 

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