ATAN NEAPEL, TW 961

Baujahr: 1934

EINFÜHRUNGEINFÜHRUNG

Der “Süditaliener“ TW 961 (gebaut 1934 von Officine Ferroviarie Meridionali für ATAN Neapel) gehört zur letzten Gruppe von Aufarbeitungsmaßnahmen, die durch die Zuschüsse von Umweltministerium und GTT für die Fahrzeuge der 2011 eingerichteten Museumslinie finanziert worden sind. Die ATTS hatte den Wagen 2009 von der ANM zu einem symbolischen Preis erworben.

TECHNISCHE DATEN UND FAHRZEUGGESCHICHTE

Für eine kurze Fahrzeugbeschreibung und die Auflistung der technischen Daten wird auf die entsprechende Webseite verwiesen.

DAS AUFARBEITUNGSPROJEKT

Die ATTS beabsichtigt, den Wagen in den Zustand unmittelbar nach seinem Wiederaufbau von 1951 zurückzuversetzen, soweit die gegenwärtige Gesetzgebung nicht die technische Anpassung einiger Fahrzeugteile vorschreibt, die ein Einsatz auf dem Turiner Straßenbahnnetz voraussetzt. Dazu gehört u.a. der Einbau eines Turiner Stromabnehmers, einer Funkfrequenz-Weichensteuerung und einer der gegenwärtigen Verkehrsordnung angepassten Scheinwerfer- und Signallichtanlage. Diese Anpassungen werden das Erscheinungsbild des Fahrzeugs leicht verändern, wobei die ATTS aber dafür sorgen wird, dass sie so unscheinbar wie möglich ausfallen.

VERLAUF DER AUFARBEITUNG

2009

Im Mai 2009 kommt die ATTS nach Zahlung eines symbolischen Kaufpreises in den Besitz des Tramwagens, der bis dahin im ANM-Depot Fuorigrotta abgestellt war. Auch einige neapolitanische Straßenbahnfans hatten sich darum bemüht, den Wagen zu erwerben, aber das vielversprechende Angebot der ATTS, das Fahrzeug als betriebsfähigen Museumswagen aufarbeiten zu wollen, hat für die ANM schließlich den Ausschlag gegeben, sich für Turin zu entscheiden.

Nachdem TW 961 auf dem Tieflader verladen ist, geht‘s los zur Überführungsfahrt nach Turin, wo der Konvoi zwei Tage später eintreffen wird.

Zum Abladen der Straßenbahn reicht eine einfache Aufgleisrampe, so dass er direkt im Depot Sassi abgeliefert werden kann. Der Wagen hat die normale Spurweite von 1435mm, was erstmal keine längere Überführungsfahrten auf Turiner Schienen erlaubt. Solange es sich aber nur um ein paar dutzend Meter auf einem Betriebsgleis handelt, ist das kein Problem.

Im Mai 2009 sind alle auswärtigen Fahrzeuge im Außenbereich des Bahnhofts Sassi untergebracht: Triest, Bologna, Neapel und Rom … eine Tour durch Italien verkörpert in vier Tramwagen! Der erste Schritt ihrer Rettung ist vollbracht, jetzt geht`s an die Aufarbeitung. Für den zuletzt angekommenen TW 961 existiert zunächst nicht mal eine Aufstellung der zu erwartenden Kosten, weshalb die Mittel des Umweltministeriums nicht für die gesamte Restaurierung reichen werden. Die ATTS wird deren Vervollständigung mit eigenen Geldern stemmen müssen, wodurch sich die Arbeiten hinziehen werden.

2010

Im Mai 2010 wird der frisch restaurierte TW 3104 (der mit dem ersten Unterstützungsfond des Umweltministers finanziert wurde) in Turin abgeliefert. Bereitwillig stellt sich die Transportfirma bei dieser Gelegenheit auch dafür zur Verfügung, den TW 961 von Sassi nach Moretta zu bringen, wo die ersten Arbeiten in Angrif genommen werden sollen.

So kommt der Tramwagen zur Ausbesserungswerkstatt Metalmeccanica Moretta, wo der Wagenkasten abgehoben und die so freigelegten Drehgestelle dahingehend untersucht werden, ob deren Umbau möglich ( und vertretbar) ist, oder ob sie besser mit gleichartigen Turiner Drehgestellen ausgetauscht werden sollten.

2011

Die Straßenbahn wird erneut in Richtung Süden verschickt, und zwar diesmal mit dem Ziel Salerno, wo der Wagenkasten beim Karosseriebauer Nuova San Leonardo restauriert wird. Die ministeriellen Gelder decken jedoch nicht den gesamten Aufarbeitungsbedarf, sondern reichen lediglich für die Widerherstellung des Wagenkastens in seinen ursprünglichen Zustand. Die 2011 beginnenden Arbeiten werden mit der gleichen Sorgfalt ausgeführt, wie bei den anderen dort restaurieren Wagen( 201, 312). Die Bilder zeigen die erste Sanierungsphase des Wagenkastens im Zustand von September 2011.

2014

Im Juni 2014 fahren ATTS-Vertreter zum einem Ortstermin nach Salerno, um den Fortschritt der Arbeiten zu begutachten. Der Wagenkasten ist vollständig saniert und zur Lackierung vorbereitet. Im Inneren wird an der Beleuchtungsanlage und an den Fensterhebemechanismen gearbeitet.